Myofunctionals & KFO

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Kieferorthopädie - der Zahnheilkunde immanent

WIR in der Profession.

Wir sind Zahnärzte, Kieferorthopäden, Oralchirurgen, Kinderzahnärzte, MKGler. Zahnärzte mit Spezialisierungen – in der Parodontologie, Endodontie, Implantologie. Zahnärzte im Gesundheitsamt. Zahnärzte in Versicherungen, Abrechnungsgesellschaften, Fortbildungsinstituten.

Wir alle hatten Kieferorthopädie im Studium als Hauptfach. Wir absolvierten eine Examensprüfung in KFO als Hauptfach, fertigten im Studium KFO-Geräte an. Wir hörten die KFO-Vorlesung: über die Entwicklung des Gesichtsschädels, Behandlungsgeräte, Gewebsreaktion, Mechanik, Befunderhebung usw.

KFO-Wissen gehört elementar zur Zahnheilkunde. Von Beginn an.

Kieferorthopädie ist in der ganzen Zahnheilkunde omnipräsent.

Warum ist das so?

Kieferorthopädische Aspekte sind jedem Fachbereich der Zahnheilkunde immanent. Die Prinzipien der Zahnbewegung - der Einfluss der Kraftvektoren im Mundraum -  gehören der Zahnstellung wesensmäßig dazu.

Beispiel CMD: Wenn ein Tiefbiss und Deckbiss die Anfertigung einer Schiene in Zentrik unmöglich machen. Wenn Bruxismus und Clenching zu einer Lageveränderung des UK führten.

Beispiel Prothetik: Wenn proklinierte Schneidezähne Abbild einer Dysfunktion sind, so dass die prothetische Stellungskorrektur ohne Stabilität sein wird.

Vektoren sind im Mundraum stets gegenwärtig.

Zähne zu bewegen, ist die eine Seite. Dass sich Zähne im Kraftfeld von physiologischen und pathophysiologischen Vektoren lebenslang bewegen, die andere. Der Therapeut muss dieses funktionelle Umfeld verstehen, um stabile Behandlungsergebnisse im Equilibrium zu erzielen.

Klar - die gute Kooperation mit den Logopäden und Physiotherapeuten muss etabliert sein.

Aber auch die CMD kann man nicht isoliert betrachten. Hier geben sich KFO und Physiotherapie die Hand.

Bei den Dysfunktionen der Zunge und der UK-Ruhelage reichen die Zusammenhänge wiederum in die HNO hinein, man denke nur an die Innervation des Gaumensegels, das sich nach der Unterdruckbildung im Donders-Raum an den Zungengrund legt, durch V3 (M. tensor).

Kieferorthopädie muss also interdisziplinär gedacht werden, um effektiv zu sein. Und Zahnheilkunde muss ebenfalls interdisziplinär denken. Kieferorthopädie gehört dazu. Sie ist der Zahnheilkunde immanent. So wie damals im Studium gelernt 😉

Brigitte Rohdich